Im Jahr 2011 begannen einige Prießner mit der Zucht von Riesenkürbissen. Was zunächst als „Schnapsidee“ began, entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einem festen kulturellen Ereignis in Prießen.
Die größten Kürbisse werden jedes Jahr im September zur Berlin-Brandenburgischen Kürbiswiegemeisterschaft nach Klaistow gebracht, wo sie sich mit den besten Riesenkürbissen der Region messen.
Das dorfinterne Kürbiswiegen findet traditionell im Oktober statt. Dort werden alle Kürbisse gewogen – unabhängig davon, ob sie von Kindern oder Erwachsenen gezüchtet wurden und ob sie klein oder riesig gewachsen sind. Dabei bringen die größten Exemplare regelmäßig mehr als 300 Kilogramm auf die Waage und sorgen immer wieder für staunende Blicke.
Manche werden sich fragen: „Wie ist das möglich?“
Der richtige Kürbissamen, Ausdauer bei der Pflege und eine Prise Verrücktheit sind wichtige Voraussetzungen. Um jedoch Kürbisse mit Gewichten von über 100, 200 oder sogar 400 Kilogramm heranzuziehen, müssen einige Regeln beachtet werden. Manche davon sind unverzichtbare Grundlagen, andere hängen vom Erfahrungsschatz und dem grünen Daumen des jeweiligen Züchters ab.
Mit herkömmlichem Saatgut aus dem Baumarkt oder Gartencenter ist in der Regel bei etwa 100 Kilogramm Schluss. Der Grund dafür ist einfach: Für außergewöhnlich große Kürbisse braucht es auch die passende Genetik.
In den 1980er-Jahren machte sich der kanadische Züchter Howard Dill einen Namen, indem er seine Kürbisse über Jahrzehnte konsequent auf Größe und Gewicht selektierte. Das Ergebnis war die neue Kürbissorte „Atlantic Giant“ (kurz AG), die für ihre außergewöhnlich großen und schweren Früchte bekannt ist. Viele der Prießner Kürbiszüchter setzen bis heute auf diese Sorte.
Eigentlich braucht man nur fünf Dinge, um einen wirklich schweren Kürbis zu züchten: Glück, das richtige Saatgut, einen grünen Daumen, ausreichend Platz und kürbisfreundliches Wetter.
Warum spielt Glück eine so große Rolle? Von der Aussaat des Samens bis zur Ernte kann nämlich vieles passieren. Erfolg und Misserfolg liegen in der Riesenkürbiszucht oft dicht beieinander. Einen Kürbis zu ernten, der mehr als 200 Kilogramm wiegt und dabei Hitze, Trockenheit, Unwetter mit Hagel, gefräßigen Kleintieren und Krankheiten wie dem Mehltau getrotzt hat, ist eine Leistung, auf die jeder Züchter stolz sein kann.
Allen, die sich selbst an die Riesenkürbiszucht wagen möchten, sei deshalb gesagt: Lasst euch nicht entmutigen und gebt nicht auf! Nicht jede Saison verläuft nach Plan – doch mit Geduld, Erfahrung und etwas Glück wird jeder Kürbis zu einem neuen Schritt auf dem Weg zum persönlichen Rekord.